Novecento: Die Legende vom Ozeanpianisten

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Guten Tag Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch ein Buch vorstellen, das ich als Hörbuch gehört habe. Und ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich es schon gehört habe. Es hat mich so sehr beein druckt, dass es auf jeden Fall in die Bibliothek von Vielseitigkeit gehört.

Seiner Zeit, im Jahr 2001, bin ich einer Empfehlung des „WDR-Hörbuchmagazins“ gefolgt und habe es nicht bereut.

Heute, am 07. April 2024 konnte ich mich sehr freuen. Denn ich wurde fündig und habe die erste Version des Hörbuchs, das ich vor über 20 Jahren auf Kassetten gekauft hatte, auf CD erworben, nachdem es längere Zeit nicht mehr zu finden gewesen war.

INHALTSANGABE

Die Rahmenhandlung ist schnell und einfach erzählt. Die Virginian ist ein Passagierdampfer, der zwischen Europa und dem Hafen von New York verkehrt. Nach einer Überfahrt im Jahr 1900 haben alle Passagiere das Schiff im Hafen von New York verlassen. – Alle Passagiere? – Nein, nicht alle Passagiere! – Die Männer der Besatzung finden auf dem Klavier im Salon der ersten Klasse einen neugeborenen Jungen, der in einer Obstkiste liegt. Und sie kümmern sich um das Kind. Und sie geben ihm einen Namen. Es muss ein besonderer Name sein. Und so nennen sie ihn u. a. Novecento, 1900, seinem Geburtsjahr entsprechend.

Und Novecento wird das Schiff, die Virginian, nicht verlassen. Er wird der Ozeanpianist. Er verlässt das Schiff nicht, als der Kapitän beschließt, dass der Junge mit acht oder neun Jahren alt genug ist, die Virginian zu verlassen. Und er verlässt das Schiff auch als erwachsener Mann nicht, obwohl er eigentlich selbst beschlossen hat, die Virginian zu verlassen, um die Welt kennen zu lernen. Er verlässt die Virginian nicht, weil er erkennen darf, dass das nicht notwendig ist. Er muss nicht auf die Welt gehen, um sie kennen zu lernen, denn die Welt kommt mit ihren verschiedenen Menschen, Geschichten und ihrer Musik zu ihm auf das Schiff.

MEINE LESEERFAHRUNG

Der Untertitel lautet: Die Legende vom Ozeanpianisten. Und diese Geschichte hat alles, was eine Legende braucht. Sie ist wahrhaftig und phantastisch zugleich, wie es sich für eine Legende gehört.

So geschehen merkwürdige Dinge, zum Beispiel als Novecento bei einem Sturm die Bremsen des Pianos löst und versucht, das Klavier mit seinem Spiel durch den Raum zu führen. Aber was heißt schon merkwürdig? Das ist nichts Schlimmes. Es heißt ja nur, dass Dinge geschehen, die würdig sind, dass man sie sich merkt. Ich höre dieses Hörbuch immer wieder gern. Es ist genau das Richtige für einen Herbst- oder Winterabend aber auch für die Zeit an einem Nachmittag im Liegestuhl.

Auf dem Cover des Hörbuchs steht, dass der Autor diese Geschichte gefunden hat, als er in einer Bibliothek auf der Suche nach einem Roman war, der so ist wie das Leben. Und ich bin der Meinung, dass es stimmt. Es ist ein Roman, der wirklich so ist wie das Leben, obwohl sie als Hörbuch nur 98 min. beansprucht.
DIE GESTALTUNG DES HÖRBUCHS

Dazu, dass ich dieses Hörbuch so liebe trägt auch die akustische Gestaltung bei. Friedrich Schoenfelder hat es gelesen, als er schon über 80 Jahre alt war. Die Lesung dieses erfahrenen Schauspielers und Sprechers ist hervorragend, einfach und klar. Diese unaufdringliche und vollkommen angemessene Vortragsweise strahlt so viel Lebendigkeit aus, dass die Lebensweisheit, die im Text enthalten ist, noch vielfach verstärkt wird. Umrahmt wird die wunderbare Lesung von Ozean- und Pianoklängen, die zu diesem Hörbuch sehr gut passen.

Eigentlich gehöre ich ja zu diesen Menschen, die bei Lesungen musikalische Untermalung in den meisten Fällen nicht mögen. Aber hier ist die klangliche Begleitung wirklich passend gestaltet.

DATEN ZUM BUCH

Buchformat: Hörbuch mit 2 CDs
Verlag: Steinbach sprechende Bücher
Autor: Alessandro Baricco
Sprache deutsch
Lesung: Friedrich Schoenfelder
Spieldauer: 98 min.

Liebe Grüße
Paula Grimm

P. S.: Das kurze lebenskluge Buch lohnt sich auch für Leser*innen, die Bücher gern mit den Augen lesen.

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Autor: Paula

Paula Grimm ist das Pseudonym, das die Autorin seit 2012 im Gedenken an ihre mutter Gertrud Maria Paula Quenel geb. Grimm verwendet. Bei der Paula, geb. am 24.12.1965, geht es immer prosaisch zu.

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